Ausbildung
ist das beabsichtigte Entwickeln bestimmter Verhaltensweisen mittels Lernen, wobei durch Verknüpfung mit Signalreizen Abrufbarkeit erreicht wird.
Prägung
auf den Menschen sollte schon beim Welpen erfolgen. Da findet die entscheidende Prägungsphase statt, die später kaum nachgeholt werden kann. Zumeist wird vom Hund der Mensch als Sozialpartner bevorzugt. Selbst wenn Hunde im Rudel leben ziehen sie den Kontakt zum Menschen vor. Offensichtlich ist dieses Verhalten durch jahrtausendelange Auswahl fest genetisch verankert.
Lernen
bedeutet Verhalten zu verändern, wobei die Lernfähigkeit, bzw. Lernbereitschaft genetisch verankert sein muß. Dies ist aber in der Regel bei allen höheren Lebewesen der Fall. Es kann jedoch nur Verhalten erlernt werden, das, zumindest in Teilsequenzen, genetisch vorhanden ist.
Lernvorgänge
In der Verhaltenstheorie werden verschiedene Lernvorgänge unterschieden:
- Prägung
- Gewöhnung
- Klassische Konditionierung
- Operante Konditionierung
- Höhere Lernleistungen
In der Hundeausbildung spielen Prägung, Gewöhnung, Operante und Klassische Konditionierung eine Rolle. Höhere Lernleistungen, wie beispielsweise durch Einsicht, sind nicht bekannt. Es ist strittig, ob Lernen durch Imitation beim Hund möglich ist.
Motivation
ist eng verknüpft mit dem Begriff des Lernens. Positiv motiviert ist beispielsweise ein Hund, der aus Erfahrung weiß, am Ende erhält er Futter oder es wird mit ihm gespielt. Negativ motiviert ist ein Hund, der sich durch bestimmtes Verhalten schmerzhaften Einwirkungen entziehen muss. Ausbildung auf dem Hundeplatz beinhaltet zumeist beides, wobei ein Trend zu positiv motivierten Trainingsmethoden erkennbar ist (Clicker, Targetstick etc.).
Operante Konditionierung
ist eng verbunden mit dem Namen B. F. Skinner und geht von dem Grundsatz aus: Verhalten, das belohnt wird, tritt in Zukunft wahrscheinlich häufiger auf als Verhalten, dessen Konsequenzen für das Individuum unangenehm sind. Belohnung für ein Verhalten kann beispielsweise Futter sein oder ein Beutespiel. Damit wird das Verhalten positiv verstärkt. Belohnung kann aber auch sein, dass ein unangenehmer Reiz entfernt wird. Der Hund lernt, dass er sich durch bestimmte Verhaltensweisen dem unangenehmen Reiz entziehen kann. Dann spricht man von negativer Verstärkung. Möglicherweise bleibt Verhalten, das durch negative Verstörkung entstanden ist, länger erhalten, als solches, das durch positive Verstärkung entstanden ist.
Klassische Konditionierung
bedeutet das Erlernen unwillkürlicher Vorgänge wie Speichelfluß, Freude, Angst. Hierbei findet eine Verknüpfung zwischen einem ehemals neutralen Reiz und einer unbedingten Reaktion, bzw. einem Reflex statt. Voraussetzung hierfür ist ein bestimmter zeitlicher Zusammenhang und eine gewisse Regelmässigkeit in der Abfolge von dem zu konditionierenden Reiz mit der unbedingten Reaktion.
In der Hundeausbildung
sollten die Triebanlagen des Hundes durch Beute- und Beisspiele frühzeitig gefördert werden. Das gemeinsame Spiel wird als positiv verstärkendes Tun beim heranwachsenden Hund etabliert. Erwünschtes Verhalten wird durch konsequente positive Verstärkung herausgearbeitet, unerwünschtes Verhalten wird ignoriert, bzw. nicht verstärkt. Das Sichern des Erlernten erfolgt unter Beibehaltung des trieblichen Aspektes. Hundeausbildung beinhaltet immer operante und klassische Konditionierung.
Kontingenz
bedeutet, dass einem Verhalten immer eine bestimmte Konsequenz, z.B. eine Belohnung, folgt. Sie stellt die Verknüpfung zwischen Verhalten und Konsequenz her und ist für Lernen unabdingbar. Eine hohe Kontingenz wäre beispielsweise ein 1 : 1 Verhältnis von Reaktion zu Konsequenz.
Kontinguität
meint den zeitlichen Abstand zwischen Verhalten und seiner Konsequenz. Eine unmittelbare Reaktion hätte eine hohe Kontinguität. Eine verzögerte Reaktion bedeutet geringe Kontinguität.
Bei hoher Kontingenz und Kontinguität spricht man von kontinuierlicher Verstärkung.

